Café Mio

Ein Platz an der Sonne

29. Mai 2017

Bayerisch, bodenständig und doch besonders: Daniel Wandinger eröffnet mit dem »Café Mio« eine kleine Oase für die Bogenhausener Nachbarschaft.

Eine der schönsten Terrassen in München hat angeblich das »P1«. Mag ja sein, aber wenn man die Prinzregentenstraße weiter fährt, den Berg nach oben, vorbei am Friedensengel und links nach Bogenhausen einbiegt, findet man ein kleines, idyllisches Café mit einer Sonnenterrasse im Grünen, frischen Backwaren vom Bio-Bäcker und einem Café-Besitzer mit ziemlich grünen Augen.
Das »Einser« kennt Daniel zwar gut, aber viel zu tun hat der Schickeria-Club nicht mit dem Nachbarschafts-Café im Münchener Osten. Wobei – ein Spritz im Freien geht hier mindestens so gut wie unten am Eisbach.

»Dass ich mal ein eigenes Café haben werde, hätte ich vor zehn Jahren auch nicht gedacht, aber es ist ein sehr gutes Gefühl.«

Daniel Wandinger ist zu Recht stolz auf seinen Traum, den er sich mit dem »Café Mio« im letzten Jahr erfüllt hat. »Dass ich mal ein eigenes Café haben werde, hätte ich vor zehn Jahren auch nicht gedacht, aber es ist ein sehr gutes Gefühl«, erzählt der Niederbayer und schaut sich in der ehemaligen Bäckerei um, die er 2016 komplett umbaute.

Astrid Lindgren verewigt in Bogenhausen

»Mio«, italienisch für »meins«, passt deshalb natürlich wie das Bio-Croissant zum Pascucci-Espresso. Für Daniel hat der Name »Mio« eine weitere Bedeutung: »Das Buch ›Mio mein Mio‹ von Astrid Lindgren war schon als Kind meine Lieblingsgeschichte. Der Name ›Mio‹ hat mich mein Leben lang begleitet. Deshalb war es immer klar, dass mein eigener Laden so heißen wird.« Gesagt, getan.

Vom Tresen zum Film-Set und zurück

Es gibt keinen Tag, an dem Daniel nicht persönlich Schmankerl serviert, Eis am Stiel verkauft oder Kaffee brüht. Es sei denn, er ist auf einem Dreh. Wie gerade für die ZDF-Serie »der Alte«. Daniel ist nämlich neben Café-Besitzer auch noch Bösewicht. Mit 23 Jahren absolvierte er die Schauspielschule und tritt auf der Bühne und im Fernsehen auf. »Der romantische Typ wird mir nicht so gut abgenommen. Ich spiele meistens den Bösen,« lacht er gar nicht so böse.

»Das ›Café Mio‹ ist die beste Entscheidung meines Lebens gewesen.«

Früher, in seiner Zeit als Barkeeper im »P1« und im »Baby«, mit der er die Schauspieler-Ausbildung finanzierte, waren die Nächte kurz. Heute nach weiteren Erfahrungen als Sales Manager im Fashion-Bereich sowie als Serviceleiter und Restaurantleiter ist Daniel in der Lamontstraße zuhause.

»Es ist schon toll, wenn man ein festes Stammpublikum hat, das die Qualität der Produkte und die Atmosphäre schätzt.«

Für Daniel steht die persönliche Beziehung zu seinen Gästen, zu seinen Mitarbeitern und auch zu seinen Lieferanten an oberster Stelle. »Ich steh‘ hier jeden Tag im Café und kenne meine Gäste. Und sie mich. Das Allerwichtigste ist für mich ist das Menschliche. Wenn du ein Café in der Müllerstraße eröffnest, hast du viel Laufkundschaft. Ins ›Café Mio‹ kommt die Nachbarschaft – und auch das ein oder andere bekannte Gesicht. Es ist schon toll, wenn man ein festes Stammpublikum hat, das die Qualität der Produkte und die Atmosphäre schätzt.«

In jedem Satz hört man, wie viel Energie und Arbeit im »Café Mio« stecken. Gemeinsam mit den »Vorstadt Werkstätten« ist das Interieur entstanden. Aber das Meiste hat sich Daniel selbst überlegt: »Manche Leute haben gedacht, das hat sicher eine Frau eingerichtet. Aber nein, das war ich. Die Details waren mir sehr wichtig.«

Unterstützung aus dem Norden

So schön die erste Selbstständigkeit ist, so kräftezehrend kann sie auf der anderen Seite sein, weiß auch Daniel. »Da kommt dann schon mal der bayerische Grantler durch. Nach monatelanger One-Man-Show unterstützt deshalb Tanja, »der Engel aus dem Norden«, in der Küche und nimmt Daniel Arbeit ab. »Wir ergänzen uns einfach super. Ich bin froh, dass ich Tanja habe und mich auf sie verlassen kann.«

Sommer, Sonne, Lederhosen

Die Bäume werden grüner und die Sonnenstrahlen häufiger. Der Sommer ist nicht mehr weit und Daniel kann endlich den Strandkorb auf der Terrasse öffnen. »Da freue ich mich schon sehr drauf. Ich serviere dann natürlich in Lederhosen.« Aber jetzt ist Schluss für heute und Daniel beendet das Gespräch mit dem Satz, der es am besten trifft: »Mio, mehr sog i ned.«.

Café Mio
Lamontstraße 22
80679 München
089 – 74 05 16 09
info@mio-bogenhausen.de

Mo-Fr: 07:30 Uhr – 18:00 Uhr
So: 09:30 Uhr – 16:00 Uhr