Gartensalon

Kunst und Kuchen

20. September 2016

Zwei Frauen, zwei Leidenschaften: Ines Stöhr ist passionierte Bäckerin und Susi Pirklbauer studierte Kunst. Im »Gartensalon« in der Amalien-Passage verschmelzen diese beiden Bereiche auf ganz besondere Art miteinander.

Egal, wo man hinsieht, im »Gartensalon« ist in jeder Ecke und in jedem Winkel etwas Neues zu entdecken: Farbige Stühle und bunte Tische, ein Mobile mit Lollis und anderen Süßigkeiten, eine Candy Bar, selbstgemachte Marmelade, Anstecker von Ludwig II, Postkarten und Pflanzensamen, Zuckerketten, Porridge in selbst designten Verpackungen, Backbücher und ein Regenbogenforellen-Kissen … »Aber das Kissen steht nicht zum Verkauf. Das ist ein Geschenk von einem alten Freund.« Ines Stöhr kann zu jedem der unzähligen Gegenstände und Kunstwerke etwas sagen. Viele Stücke haben eine lange Geschichte und man sieht die Liebe und die Detailarbeit, mit der Ines und Susi Pirklbauer dem »Gartensalon« eine Seele einhauchen. Vor sieben Jahren, als Ines ihr erstes Café eröffnete, lernte sie Susi kennen, die dort neben ihrem Kunst-Studium jobbte. Bald war klar, dass das sowohl beruflich als auch privat ein ziemlich gutes Match ist und so ging es dann zusammen weiter – wenn auch beruflich erst einmal in eine andere Richtung.

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Ein kleiner Traum wird wahr

Nach einem Jahr wechselte Ines vom Job als Café-Betreiberin ins Controlling, wo sie sieben Jahre arbeitete. Susi fasste Fuß in der Kunst und so nahm das Leben ganz ohne Gastronomie seinen Lauf. Bis auf einmal der Caterer in der Amalien-Passage zumachte. Ines hatte schon immer ein Auge auf den Laden geworfen:

»Ich wusste, wenn der frei wird, ist das Schicksal und wir müssen zuschlagen. Wir wohnen ganz in der Nähe, sind oft an dem Caterer vorbeigegangen und haben uns immer gefragt, warum die Inhaber die große Gartenterrasse nicht nutzen.«

Und als dann während eines Städtetrips nach Amsterdam die Zusage von der Maklerin kam, änderte sich auf einen Schlag das ganze Leben der beiden. Das war vor sieben Jahren. Und heute erinnert noch die Tulpen-Tapete an der Wand an diesen einschneidenden Moment im Kerkeegarden Amsterdam. Susi, die nur am Wochenende im Gartensalon arbeitet und sich hauptberuflich der Kunst widmet, kann sich noch genau erinnern:

»Damals haben wir gedacht: die 50 Quadratmeter? Das schaffen wir zu zweit. Aber dann lief der ›Gartensalon‹ gleich sehr gut an und die Gartenterrasse war schnell voll. Nur Ines und ich – das wäre nicht gegangen. Zum Glück hatten wir so viel Unterstützung von der Familie. Und die haben wir auch heute noch.«

Importware aus Österreich

Ines kümmert sich um Speis und Trank und Susi achtet als künstlerischer Kopf sehr auf die kreative Komponente im »Gartensalon«: »Man muss schon immer schauen, dass das Café kein Ramschladen wird.« Die gebürtige Linzerin zeigt auf die alten Sessel neben der Holzwand und erklärt mit ihrem charmanten österreichischen Akzent: »Meine Mutter liebt Flohmärkte und ersteht viele tolle Sachen für uns. Mein Vater hat mir mit der bunten Holzwand geholfen und beide Eltern kochen Marmelade, die wir dann aus Österreich holen und hier verkaufen.«

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Urlaub statt Sonntagsbrunch

Der ruhige Innenhof in der Amalien-Passage ist ein wunderschöner Ort, an dem man einen gemütlichen Nachmittag mit einem Stück selbstgebackenen Kuchen den Großstadttrubel vergessen kann. Ines schwingt selbst noch regelmäßig mit großer Hingabe den Rührbesen und zaubert mit ihren Angestellten süße Versuchungen. »Schon während meines Politik-Studiums in England arbeitete ich in einem Delikatessen-Laden. Backen war schon immer meine Leidenschaft. Aber seit wir den Gartensalon haben, gibt’s daheim höchstens noch einen Hefezopf.« Neben Kuchen und anderen Köstlichkeiten bietet der »Gartensalon« auch herzhafte Snacks und zwei Mittagsgerichte, die schnell und frisch in der Lunch-Pause serviert werden. Bis vor ein paar Wochen gab es auch noch einen sonntäglichen Frühstücksbrunch, aber Ines und Susi haben es sich jetzt anders überlegt und wollen den Sonntag privat nutzen und vielleicht auch mal einen längeren Urlaub nehmen – denn seit sieben Jahren sind nicht mehr als kurze Städtetrips drin:

»Wenn wir andere Städte besuchen, machen wir uns eine Liste mit allen Cafés, die wir dann abklappern, um uns neue Ideen und Inspirationen zu holen.«

Die beiden Frauen lassen den Blick durch ihren »Gartensalon« schweifen und alte Erinnerungen aufleben: ein Stuhl, den Ines eigenhändig mit dem Union Jack bemalte, Aloe Vera Pflanzen, die Susi hübsch verpackte und ein Fellknäuel, das in einem kleinen Körbchen liegt. Aber das ist ja gar kein Stofftier. Das ist ein Hund. Genauer gesagt ein Mops. Und der Mops heißt Karla. Und Karla will jetzt Gassi gehen.

Gartensalon
Türkenstraße 90 (Amalien-Passage)
80779 München
089 – 28 77 86 04
mail@rosagelee.de

Di bis Sa: 9.00 – 19.00 Uhr
So: 10.00 – 19.00 Uhr (keine Reservierungen)
Mo: Ruhetag