Restaurant POLKA

Hoch die Teller!

21. August 2017

Saisonale Gerichte, feine Drinks, etwas Kultur und eine entspannte Atmosphäre gibt’s bei Christiane Zabler-Jenewein und ihrem Team in der POLKA am Pariser Platz in Haidhausen. Ausgehen in München mal ein bisschen anders.

Es ist noch nicht lange her, da waren die Maxvorstadt und Isarvorstadt die beiden unangefochtenen Favoriten, wenn man im Café Leute beobachten, in guten Restaurants dinieren oder sich gepflegt einen hinter die Binde kippen wollte. Heute muss man sich nicht unbedingt an der Fraunhoferstraße oder Universität herumtreiben, um unter Leute zu kommen – denn der Rising Star ist Haidhausen. Der schicke Osten ist überspitzt gesagt, aber so gemeint, längst nicht mehr ein reines Wohnviertel für Ärzte und Unternehmensberater.

Zweideutiger Name, eindeutiges Geschmackserlebnis

Seit Juli 2016 leuchtet am Pariser Platz ein weiterer Stern am Gastro-Himmel und trägt den einprägsamen Namen POLKA. Gemeinsam mit ihren Partnern Jörg Wizigmann, Daniel Kappla und Martin Jonas gestaltete Christiane den damaligen Italiener zu einem kleinenRestaurant mit saisonaler Küche um. Wer kurz gestutzt hat bei dem Wort »saisonal« und stattdessen »polnisch« erwartet hatte, liegt leider falsch. »Wir hatten lange über den Namen nachgedacht«, erinnert sich Christiane.

»Der Name POLKA stand immer wieder im Raum und ließ uns nicht los. Wir dachten dabei an den Rundtanz, den es ja auch in Bayern gibt und mit dem man Spaß, Gemütlichkeit und Beisammensein verbindet. So nach dem Motto: Hoch die Tassen!«

Oder eben die Teller. Was auf diesen angerichtet wird, erzählt Küchenchef Jakob Ebnet:

»Wir verwenden hauptsächlich Produkte mit Gütesiegeln wie Demeter und Naturland und pflegen ein  gutes Verhältnis zu unseren Lieferanten. Das ist mir sehr wichtig.«

Regional wird also nicht einfach so dahergesagt, sondern meint die POLKA ernst. Gemüse und Obst bezieht Jakob beispielsweise vom Waldgärtner in Höhenkirchen (so auch die Goldmarie), eine solidarische Landwirtschaft mit hundert Prozent ökologischem Anbau. Jakob, der einst als Aushilfe im Hey Luigi angefangen und so viel Freude in der Küche hatte, dass er sich für eine Lehre als Koch entschied, zaubert in der POLKA saisonale Gerichte mit einem Hauch Mittelmeer. Kartoffelnocken mit Radieschenblätterpesto, Peperonata mit Zucchini, Basilikum und Polenta, Spaghetti mit Kalbsbolognese oder gezupftes Schweinefleisch mit Pickles, Sauerrahm und Ofenkartoffel sind beispielsweise diese Woche die Hauptgänge auf der Karte. Zum Nachtisch gibt’s Vollmilchganache, Himbeerparfait oder Käse. Und wer dann noch nicht genug hat, kann sich für einen Absacker einen Stock tiefer begeben – in die POLKA BAR.

Wo sich Polo-Shirt und Supreme-Hoodie gute Nacht sagen

Das POLKA steht nämlich nicht nur für gutes Essen, sondern auch für entspanntes Trinken. Entspannt trifft es wohl am besten, denn unten im Kellergewölbe gibt es weder Münchner Laufsteg-Gestöckel noch Berliner Haupstadt-Style. Hier stoßen stinknormale Banker mit stinknormalen Hipstern an und dazwischen tummeln sich Intellektuelle, Münchner Urgesteine und Zuagroaste. »Nach einem langen Tag treffen wir uns auch mal gern unten und lassen gemeinsam den Abend ausklingen«, erzählt Christiane, die vor Ewigkeiten Reiseverkehrsfachfrau gelernt hatte, aber schon seit langer Zeit Vollblut-Gastronomin ist. Die Münchnerin besitzt neben der POLKA seit 15 Jahren die »Fortuna Cafébar« in der Sedanstraße. »Ein Restaurant zu haben ist schon noch einmal was anderes, aber es macht mir sehr viel Spaß.« Viel Spaß, aber auch jede Menge Schweiß und Herzblut stecken in der Inneneinrichtung der Räume. Das Team packte gemeinsam an: Die Möbel sind aus verschiedenen Quellen zusammengestellt, das Konzept der Bar entspringt den Vorstellungen von Jörg und dem Team. Auch die Renovierung im Keller wurde nicht einfach nur in Auftrag gegeben, sondern mit gemeinsamen Kräften umgesetzt.

Nicht Vintage, und auch kein Clean-Chic

»Ich mag diesen cleanen skandinavischen Stil sehr gerne, aber das bin ich nicht. Aus Ebay und verschiedenen Läden habe ich alte und neuere Möbel zusammengesucht und versucht, ein stimmiges Gesamtbild zu schaffen,« fasst Christiane das Konzept zusammen. Ist gelungen. Und der Beweis dafür, dass es nicht immer Glühlampen am bunten Kabel sein müssen.

Die Kultur im Keller

Während oben in Ruhe gegessen wird, herrscht unten feucht-fröhliche Stimmung. Neben den üblichen Prosits und Cheers kann man in der POLKA BAR an einigen Tagen im Jahr auch Applaus vernehmen – wenn beispielsweise Jörg Wizigmann und Daniel Kappla mit ihrer Band G.Rag & die Landlergschwister original bayerische, laute, schräge und raue Folkore (also Landler, Zwiefache und Gstanzln) zum Besten geben oder wenn andere Künstler aus Musik und Literatur im Steingewölbe auftreten. Essen, Trinken, Kultur – in der POLKA wird es nicht langweilig.

Die Teller sind leer. Schade. Aber der Abend ist noch nicht vorbei. Jetzt geht’s nämlich abwärts. In die Bar. Weg die Teller und hoch die Tassen!

POLKA BAR und LOKAL
Pariser Straße 38
81667 München
089 – 89 06 83 91
kontakt@polka-polka.de

Lokal
Mo-Sa: 17:00 – 24:00 Uhr

Bar
Do-Sa: 20.00 – 3.00 Uhr