Food Trucks: Hype oder Dauerbrenner?

20. September 2016

Mexikanische Burritos, »American Style« Beef-Burger und vegane Hot-Dogs – Food Trucks schießen wie Pilze aus dem Boden. Die Frage ist nur, wie lange noch.

Früher war’s der Hendlstand, der von einem Wochenmarkt zum nächsten zog. Heute ist’s der Food Truck, der die Münchener mit ausgefallenen Konzepten begeistert. Die moderne mobile Küche hat nichts mit Currywurst und Pommes zu tun, sondern fährt mit qualitativ hochwertigen Gerichten und regionalen Zutaten auf und überholt Fastfood-Ketten und Imbissbuden zur Zeit mit Leichtigkeit.

Ein Importprodukt aus den Staaten rollt nach Europa

Alles begann 2010 in den USA und nahm seinen offiziellen Lauf mit der Gründung der Southern California Mobile Food Vendors Association. Seit 2014 hat es das Essen auf Rädern dann auch über den Großen Teich geschafft – und einen richtigen Hype ausgelöst. Maultaschen, Burritos, Burger, Spätzle und Salate aus Weck-Gläsern – angeboten wird so ziemlich alles, was sich einigermaßen in den Händen halten lässt. Während in den USA die Euphorie langsam abebbt und Food Trucks die Handbremse anziehen müssen, ist hierzulande die Begeisterung ungebremst. Noch. Denn auch die Food Truck- und Streetfood-Szene kocht nur mit Wasser.

Strenges Halteverbot: Food Trucks auf öffentlichen Flächen

Auf den ersten Blick scheint der Traum vom eigenen Restaurant auf Rädern sehr verlockend zu sein: ein originelles Food-Konzept, ein fahrbarer Untersatz, die Reisegewerbekarte, ein paar Formulare – und schon kann die mobile Küche Fahrt aufnehmen. Aber das erste Schlagloch lauert bereits auf kurzer Strecke: Food Trucks am Stachus? Oder im Englischen Garten? Die Sondernutzung öffentlicher Verkehrsflächen sieht Food Trucks nicht vor, weshalb sich diese für das Mittagsgeschäft größtenteils auf privaten Unternehmensgrund einmieten. Laufkundschaft? Fehlanzeige. Als willkommene Abwechslung zur Kantine kommen Food Trucks gut an, doch die Preissensibilität vieler Arbeitnehmer ist nicht zu unterschätzen. Laut einer Statista-Umfrage bereiten 14 % das Mittagessen selbst zu, nur 17 % besuchen einen Imbiss oder ein Restaurant, der Rest geht in die bequeme Kantine oder isst gleich am Arbeitsplatz.

Food Markets – das Epizentrum der Street-Food-Bewegung

Zum Glück gibt es aber noch die Street Food Festivals, Markets und Roundups wie beispielsweise Deine Welt, die Hall of Taste und die Munich Food Lovers, wo sich Street Food-Liebhaber durch das ganze Aufgebot schlemmen können. Die Frage ist nur, wie viele Portionen eine einzelne Person verdrücken kann. Jeden Truck zu probieren ist leider utopisch – und »Konkurrenz belebt das Geschäft« trifft es im Fall der Food Markets wohl eher nicht. Nicht zu unterschätzen ist dazu die menschliche Sprunghaftigkeit: heute noch das Super-In-Food, morgen kräht kein Hahn mehr danach. Man denke beispielsweise an die vielen kleinen Frozen-Yoghurt-Lädchen oder Cupcakes-Schaufenster. Ja, das ist noch gar nicht so lange her.

Street Food oder bald Street Fight?

Wenn die Besucherströme auf den Food Markets ausbleiben und die öffentlichen Plätze weiter tabu sind, wird das Überleben auf der Straße hart – und übrig bleiben werden die, die es schlicht und einfach auf den Punkt bringen und ein ehrliches Produkt anbieten, das durch Qualität und Preis überzeugt. Für alle Anderen bleibt aber sicher noch die Option des Catering-Services.